24h Nürburgring: Führung, doch bitteres Aus in der Nacht

29. Mai 2022 Zurück zur Artikelübersicht »

Im 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring stand für Marco Wittmann am Wochenende ein weiteres Saisonhighlight auf dem Programm. Ein Motorsportfest in der Eifel, mit 230.000 Fans an der Nordschleife – und Siegchancen für Wittmann im #98 BMW M4 GT3 von ROWE Racing. Doch das bittere Aus kam in der Nacht, als das Fahrzeug in Führung lag.

Wittmann teilte sich das Cockpit der #98 mit Sheldon van der Linde, Nick Catsburg und John Edwards. Es war das erste Mal, dass der neue BMW M4 GT3 in dem Eifelklassiker an den Start ging. Und es sah alles sehr gut aus: Nach starken Ergebnissen in der Vorbereitung fieberten nun alle dem Rennen entgegen, das am Samstagnachmittag um 16.00 Uhr begann.

Nach dem Top-Qualifying ging die #98 vom 13. Startplatz in den Rennmarathon. Wittmann fuhr den Start, und er und seine Teamkollegen brachten das Fahrzeug sicher durch die extrem hektischen ersten Rennstunden, in denen bereits einige Mitfavoriten durch Unfälle ausschieden. Alles lief nach Plan, auch in Wittmanns zweiter Stint. Der BMW M4 GT3 arbeitete sich schnell nach vorn und übernahm schließlich in der Nacht die Führung. Doch gegen 23.30 Uhr platzte der Traum vom Nürburgringsieg. Ein Defekt führte dazu, dass Wittmanns Teamkollege van der Linde von der Strecke abkam und in die Leitplanke prallte. Das Rennen war beendet.

„Es war extrem enttäuschend für uns, in Führung liegend auszufallen“, räumt Wittmann ein und bilanziert: „Die Anfangsphase des Rennens war komplett verrückt, mit vielen Unfällen und Ausfällen. Unsere Herangehensweise war, es ruhig angehen zu lassen und keine Unfälle zu verursachen, was wir perfekt umgesetzt haben. Gerade, als es in die Nacht ging, war das Auto auch extrem gut und in einem richtig guten Arbeitsfenster. Wir konnten super Runden fahren und uns in Führung bringen. Entsprechend sah das Rennen für uns sehr gut aus, und wir waren auch sehr zuversichtlich. Umso enttäuschender ist es, dass ein Defekt zum Unfall geführt hat, als Sheldon im Auto saß. Es ist extrem schade, denn ich denke, solche Gelegenheiten bekommst du bei einem 24-Stunden-Rennen nicht alle Tage. Dass du so gut aufgestellt bist, dass du so ein gutes Rennauto hast und dich als Fahrer richtig wohl fühlst. Ich denke, dass wir den BMW M4 GT3 sehr gut vorbereitet haben. Klar, Defekte können auftreten, aber es war sehr bitter. Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr eine neue Chance haben und umso stärker an die Nordschleife zurückkehren, um die Rechnung, die wir nun haben, begleichen zu können.“

Doch bei aller Enttäuschung – unabhängig vom bitteren Aus hat Wittmann die Tage in der Eifel genossen: „Insgesamt war es ein mega Event, es war klasse, die Zuschauer wieder an der Strecke zu sehen. Es war unglaublich, so viele Fans zu sehen, auch auf der Startaufstellung. Auch die Formation Lap war etwas ganz Besonderes mit den unzähligen Menschen entlang der Strecke. Es war wirklich einzigartig, und ein echtes Highlight.“

Nun steigt Wittmann wieder in seine Green Machine, den #11 BMW M4 GT3 von Walkenhorst Motorsport: Die dritte Saisonveranstaltung der DTM 2022 wird vom 17. bis 19. Juni im italienischen Imola ausgetragen.